|
||||
Länderinfos Ein Mittelgebirge wird im Gegensatz zum Hochgebirge definiert als eine Bergregion, die eine bestimmte Höhe nicht überschreitet, jedoch aufgrund der Topographie nicht als Hügelland bezeichnet werden kann. Die Höhe eines Mittelgebirges ist nicht genau festgelegt und schwankt je nach Region. Die Einstufung einer Region als Mittelgebirge ist also zunächst recht subjektiv. Generell könnte man als Kriterium feststellen, dass ein Mittelgebirge im Gegensatz zum Hochgebirge die Baumgrenze nicht überschritten wird. In Mitteleuropa liegt die Grenze zum Hochgebirge meist um die 1600-1800 m. Nahezu alle Gebirge in Deutschland sind Mittelgebirge. Die Alpen und die Voralpen zählen zu den Gebirgen. Zusammengefasst zählen die verschiedenen Mittelgebirge zur Deutschen Mittelgebirgsschwelle. Ein Teil im Süden von Deutschland bildet das sogenannte Süddeutsche Schichtstufenland, Teile der Pfalz gehören geographisch zum Nordfranzösischen Schichtstufenland. Private Ferienwohnungen Älter als die Mitteleuropäischen Mittelgebirge ist das Uralgebirge, welches Hochgebirgs- und Mittelgebirgscharakter hat. Es befindet sich zwischen der Osteuropäischen Ebene und dem Tiefland Westsibiriens, der Südküste der Karasee im Nordpolarmeer und der kasachischen Nordgrenze. An das nördliche Ende des Uralgebirges schließt sich in Richtung Nordwesten das Pai-Choi-Gebirge an, das bis zur schmalen Jugorstraße reicht, an deren nördlicher Seite sich die Waigatsch-Insel erstreckt. Nördlich dieser Insel befindet sich die Karastraße, an die sich die Doppelinsel Nowaja Semlja anschließt. Waigatsch und Nowaja Semlja können als die nördlichen Fortsetzungen des Urals und Pai-Choi-Gebirges angesehen werden. Das in Kasachstan gelegene Mugodschar-Gebirge schliesst sich im Süden an, und bildet die Fortsetzung als Uralknies bei Orsk. Noch weiter südlich dieser Region folgt die Kasachensteppe und die Aral-Kaspi-Senke mit dem Aralsee. Die darauf folgende Landschaft endet am Kaspischem Meer. Wie auch in Mitteleuropa finden sich im Ural umfangreiche Lagerstätten von Salz sowie Kalisalzlagerstätten, besonders im Westen - klimatisch begünstigt bildeten sich während der Gebirgsentstehung auch Kohle, Erdöl und Gas, was die industrielle Entwicklung zu Sowietzeiten begünstigte. Im mittleren und südlichen Ural werden verschiedenenErze abgebaut. Eisen und Platin, aber auch Edel- und Halbedelsteine werden hier gewonnen. Unter anderem war die Gewinnung des Malachit bedeutsam für den Ural. Es entwickelte sich auch vor Ort eine umfangreiche Schmuckindustrie mit weltweiten Absatzmärkten. Gerade der Malachit hatte aufgrund seiner Reinheit und der Grösse der Vorkommen Weltbedeutung. Weite Gebiete in Osteuropa und den angrenzenden Ländern weiter im Osten und besonders Länder in Südosteuropa weisen Landschaften auf, die der Topographie nach eigentlich nach Mitteleuropäischen Masstäben eindeutige Gebirge, wenn nicht Hochgebirge wären. Da aber der Begriff, wie schon eingangs erwähnt, "relativ" benutzt wird, werden einige dieser Gebiete den Mittelgebirgen zugerechnet. Für den Touristen ist es vielleicht bedauerlich, dass viele dieser beeindruckenden Bergregionen noch nicht touristisch voll erschlossen sind. Aber genau darin liegt die grosse Chance für den Naturfreund. Mit etwas Abenteuerlust lassen sich gerade in Südost-Europa Mittelgebirgslandschaften erkunden, deren Unberührtheit wohl einmalig ist. Intensive Reisevorbereitung ist natuerlich vorausgesetzt, und ein zuvor bereits bestehender Kontakt zu Einheimischen ist sinnvoll. Natürlich gibt es auch spezialisierte Reiseveranstalter, die für eine gewisse Planungssicherheit sorgen und dennoch beim sorgsamen Umgang mit der unberührten Natur Unterstützung geben. Weniger "spektakulär" aber dafür in vertrauter Umgebung lassen sich dagegen die Deutschen Mittelgebirge bereisen : Die deutschen Mittelgebirge gehören zu den ältesten Gebirgen Europas. Ihr heutiges Aussehen erhielt die Landschaft jedoch erst in relativ junger Zeit. Vor 350 Millionen Jahren, im Zeitalter des Karbon, entstand durch tektonische Vorgänge das Mitteleuropäische Variskische Gebirge. In der darauffolgenden Zeit des Perms veränderten sich Höhe und Oberfläche dieses Urgebirges u.a. durch Erosion. In der späteren Trias befand sich die Landmasse zeitweise auch unter dem Meeresspiegel, was zur Ablagerung unterschiedlicher Sedimentschichten führte. Keuper aus Zeiten oberhalb des Meeresspiegels sowie Muschelkalk aus den Zeiten, in denen sich das Land unter dem Meerwasser befand, wechseln sich ab und zeugen von dieser bewegten Vergangenheit von etwa 220 Mio Jahren. Ablagerungen aus dem Jura zeigen sich als Kalk, die der Kreidezeit hauptsächlich als Kreide. Touristiktips und Reiseberichte werden zu diesem Themenbereich ergänzt und befinden sich in Vorbereitung. |
||||
|
||||